Flanieren auf der Mittelinsel an der Friedrichstraße.

Unter den Linden ist laut Reiseführern „die berühmteste Straße Berlins, wenn nicht gar Deutschlands, der Flanierboulevard der Berliner und der Touristen“ (Baedeker 2010). Auch in anderen Berlin-Reiseführern ist nachzulesen: Die Straße Unter den Linden sei „Berlins Hauptstraße und eine Flaniermeile“ (Merian live!) oder „eine der attraktivsten in Berlin“ (Vis-á-Vis). Reiseführer müssen wohl so "animierend“ sein, doch gerade deshalb ist es aufschlussreich, dass es zu dieser touristischen Attraktion auch Informationen zwischen den Zeilen und Untertöne gibt, z.B.: „Der geschäftige Boulevard, auf dem sich Touristen und Mitarbeiter der Regierung zwischen historischer Pracht umherschieben.“ (via) Oder an anderer Stelle: „Neben einer erstaunlichen Anzahl von Auto-Ausstellungs-Salons prägen vor allem Kulturbauten und Gastronomie die Prachtstraße […] Die Mischung aus Kultur, Kommerz und Attraktivität für zielloses Umherschlendern, die damals diese Gegend prägte, versucht man heute wieder herzustellen. Ob das gelungen ist, muss jeder selbst beurteilen.“ (Maurer) Die letztgenannte Aussage klingt schon eher wie die in einem Arbeits-Zeugnis niederschmetternde Beurteilung „Er/sie versuchte, den Ansprüchen gerecht zu werden“.

 

Einen kritischen Beitrag von Helge Oelert im RBB-Magazin „Klartext“ vom 30.11.2016, der sich allerdings nicht auf die FUSS e.V.-Vorschläge bezieht, sondern auf die Koalitionsvereinbarung mit einer privatautofreien Gestaltung, finden Sie hier bei Youtube. FUSS e.V. stimmt mit diesem Beitrag insofern überein, dass es für eine "Fußgängerzone" - falls dies überhaupt noch ein zeitgemäßes Format ist - durchaus besser geeignete Straßenzüge gibt. Dies ändert aber nichts an der Fragestellung, wie die Situation der Fußgängerinnen und Fußgänger in der Straße Unter den Linden verbessert werden kann.

Hier finden Sie eine beispielhafte Berichterstattung in der Berliner Zeitung vom 13. Dezember 2016.